Wissen schafft Heilung.

 

Feto-fetales Transfusionssyndrom

Was ist ein feto-fetales Transfusionssyndrom?

Das feto-fetale Transfusionssyndrom ist eine schwere Komplikation, die in 10-15% der eineiigen Zwillingsschwangerschaften vorliegt. Durch verbindende Blutgefäße in der gemeinsamen Plazenta (Mutterkuchen) überträgt ein Zwilling (der Donor) Blut zum Anderen (der Akzeptor). Das bedeutet, dass die Plazenta ursächlich hierfür ist.

Was sind die Folgen des feto-fetalen Transfusionssyndroms?

Der Donor bleibt unterversorgt, was zu Nierenunterfunktion, geringer Urinausscheidung und niedriger Fruchtwassermenge führt. Auf der anderen Seite bekommt der Akzeptor viel Blut. Dies kann zum Herzversagen führen. Außerdem sind die Urinausscheidung und die Fruchtwassermenge sehr hoch, wodurch das Risiko für vorzeitigen Blasensprung, Fehlgeburt oder Frühgeburt steigt.

Bei unbehandelten Patientinnen ist die Prognose für beide Zwillinge extrem schlecht mit einer hohen Sterblichkeit in der Gebärmutter (80-100%) bzw. schwere Komplikationen nach der Geburt und Langzeitfolgen der Überlebenden.

Wie kann man das feto-fetale Transfusionssyndrom erkennen?

Es wird durch eine Ultraschalluntersuchung erkannt. Der Donor hat zu wenig Fruchtwasser (Oligohydramnie) und eine kleine Harnblase. Im Gegensatz dazu zeigen sich beim Akzeptor zu viel Fruchtwasser (Polyhydramnie) und eine große Harnblase.

Manchmal gibt es einen Unterschied des Wachstums der Zwillinge, wobei der Akzeptor größer als der Donor ist.

 

Abb 1: Polyhydramnie des Akzeptors (links), Oligohydramnie des Donors (rechts)

 

Was können wir Ihnen anbieten?

Die Therapie der Wahl ist die Lasertherapie. Durch ein dünnes Fetoskop (ca. 3 mm Durchmesser) erhält man direkten Einblick in die Plazenta. Die identifizierten verbindenden Blutgefäße werden mittels Laserverödung unterbrochen. Hiermit wird die Blutumverteilung zwischen Donor und Rezeptor gestoppt. Durch diesen Eingriff verbessern sich deutlich die Überlebenschancen beider Zwillingen (Überleben von mindestens einem der Zwillinge in 85-90% der Fälle). 

 

Abb. 2: Laserverödung der verbindenden Blutgefäße in der Plazenta