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Megazystitis

Was ist eine Megazystis?

Megazystis ist der fachliche Begriff für eine auffällig große Harnblase. In ca. 70% der Fälle sind die Ursachen dafür  posteriore Urethralklappen (Klappen im Bereich der Harnröhre, der in der Nähe der Harnblase liegt). Diese Auffälligkeit betrifft nur männliche Feten.

Was sind die Folgen der posterioren Urethralklappen?

Sie führen zu einer Harnabflussstörung mit der daraus folgenden Megazystis und Erweiterung der Harnleiter/Nierenbecken bis zur Nierenfunktionsstörung.

Da das Fruchtwasser dem fetalen Urin entspricht, entwickelt sich eine Oligo/Anhydramnie (zu wenig bzw. fehlendes Fruchtwasser), die zu einer Lungenhypoplasie (Entwicklungsstörung der Lungen) führt.

Wie kann man die Megazystis als Folge posteriorer Urethralklappen erkennen?

Sie wird durch eine Ultraschalluntersuchung erkannt. Der Fetus hat zu wenig Fruchtwasser und  eine deutlich vergrößerte Harnblase mit dem typischen “keyhole sign“ (Schlüsselloch-Zeichen), was der erweiterten posterioren (hinteren) Harnröhre entspricht (siehe Bild unten).

Im schweren Fällen kann man eine deutliche Erweiterung der Nierenbecken mit gestörter Nierenentwicklung darstellen.

Abb. 1: Deutlich vergrößerte Harnblase und Anhydramnie bei posterioren Urethralklappen.


Was können wir Ihnen anbieten?

  • Durchführung einer Harnblasenspiegelung mit Verödung der Harnröhrenklappen mittels Laser. Dies erlaubt den Urinabfluss und verbessert die Fruchtwassermenge, die Lungenentwicklung und die Nierenfunktion. Dieser technisch sehr anspruchsvolle fetale Eingriff wird nur in sorgfältig ausgewählten Fällen durchgeführt.
  • Ableitung der Harnblase in die Fruchtblase durch einen Schlauch unter Ultraschallkontrolle


Abb. 2: Posteriore Urethralklappen vor (links) und nach (rechts) der Laserverödung.