Wissen schafft Heilung.

 

Wenn es soweit ist ...

Bereits einige Zeit vor dem errechneten Termin sollten Sie Ihr "Köfferchen" packen, damit für den "Ernstfall" alles vorbereitet ist.

Folgende Dinge sollte Ihr "Klinikkoffer" enthalten:

Für die Mutter:

  • Morgenmantel
  • Waschutensilien
  • Einmalwaschlappen
  • Hausschuhe
  • Fön
  • Nachthemden (geknöpft)
  • Handtücher
  • Still-BHs

 

Für das Kind:

  • Unterhemdchen (Body)
  • Jacke
  • Hemdchen
  • Mütze
  • Tragetasche/Autositz
  • Strampler
  • Decke
  • Socken

 

Bürokratisches:

  • Mutterpass
  • Heiratsurkunde / Geburtsurkunde bei Unverheirateten
  • Ausweis
  • Versichertenkarte oder Clinic-Card

Von der Klinik werden für Sie gestellt:
Einmalnetzhöschen, Binden, Kleidung, Windeln und Pflegeartikel für das Kind, solange Sie bei uns sind.

Für die Geburt selbst...
...benötigen Sie eigentlich nur Morgenmantel, Hausschuhe und evt. ein Nachthemd oder T-Shirt, das schmutzig werden darf. Sie können selbstverständlich auch unsere Nachthemden, die wir Ihnen zur Verfügung stellen, benutzen.

Was Sie ansonsten zur Geburt mitnehmen möchten, können Sie natürlich selbst entscheiden. Zu denken wäre hierbei etwa an  Entspannungsmusik, bequeme Kissen und was Sie sonst gern mögen.


Wenn das Baby auf sich warten lässt


... ist das zunächst ganz normal. Nur drei von 100 Kindern kommen zum errechneten Zeitpunkt zur Welt, der Rest ca. vier Wochen um den Termin herum.

Falls Sie den Termin überschreiten, überweist Sie Ihr Frauenarzt möglicherweise in unser Haus zur Vorsorgeuntersuchung. Ab dem 7. Tag über dem Termin werden Sie bei uns im Kreißsaal untersucht.

Sie sollten sich in diesem Fall evtl. etwas zum Lesen und ein bißchen Geduld mitbringen, denn meist werden von den Hebammen gleichzeitig andere Frauen unter der Geburt betreut. Wir bemühen uns natürlich, Ihnen Wartezeiten zu ersparen.
Wir kontrollieren den Zustand Ihres Kindes mit Hilfe des Herzton-Wehen-Schreibers (CTG) und Blutflussuntersuchungen per Ultraschall (Doppler). Sofern es Ihrem Kind und Ihnen auch über den Termin gut geht, warten wir zunächst den natürlichen Verlauf ab.
Ab spätestens 10 Tage über dem errechneten Termin empfehlen wir eine Geburtseinleitung. Hierzu werden Sie stationär aufgenommen und im Kreißsaal mittels CTG überwacht. Die Reifung des Muttermundes geschieht mittels eines körpereigenen Hormons (Prostaglandine), das in Gelform oder als Bändcheneinlage vor den Muttermund gebracht wird. Bei manchen Frauen kann man auch einen Einleitungsballon beutzen.

Sollte der Muttermund schon etwas geöffnet sein, kann man die Wehen auch mit einer Infusion unterstützen.
Auch hier sollten Sie viel Geduld aufbringen, denn leider kann man nicht davon ausgehen, dass das Kind an dem Tag geboren wird, an dem man die Geburt in Gang bringen will...
Oft kann eine zweite Einleitung erforderlich sein. Manchmal ist es sinnvoll, dass zwischen Einleitungstagen einen Tag pausiert wird.

Ihre Begleitperson


... ist bei uns herzlich willkommen. Wichtig ist uns, dass es nur eine Person (Partner, Freundin, Verwandte) sein sollte, die Sie begleitet. Diese Person kann während der Geburt selbstverständlich anwesend sein. Erfahrungsgemäß entsteht große Unruhe, wenn mehrere Angehörige bei der Geburt anwesend sind.

Bitte erklären Sie Ihren Verwandten und Bekannten, dass Anrufe im Kreißsaal nicht sehr gerne gesehen werden. Ärzte und Hebammen dürfen aus datenschutzrechtlichen Gründen am Telefon keine Auskunft geben.


Wann sollten Sie zu uns fahren?


Sie sollten bei folgenden Ereignissen in die Klinik fahren:

  • Regelmäßige Wehentätigkeit alle 5-10 Minuten
  • Abgang von Fruchtwasser
  • Bei stärkerer frischer roter Blutung (oder wenn Sie das Gefühl haben, etwas ist nicht in Ordnung) sofort in die Klinik kommen!


Zum Abgang von Fruchtwasser: Bitte fragen Sie Ihren Arzt bei den letzten Vordsorgeuntersuchungen, ob das Köpfchen des Kindes schon fest im Beckeneingang ist. Sollte dies der Fall sein, können Sie aufstehen und auch laufend in den Kreißsaal kommen. Ist das Köpfchen noch nicht fest, ist eine Liegendanfahrt in jedem Fall anzuraten.
Bei Blutungen: Sollte nur etwas roter Schleim abgehen, ist dies kein Grund zur Besorgnis, sondern nur ein Zeichen dafür, dass die Geburt langsam in Sichtweite kommt (aber wie weit in Sicht, weis nur Ihr Kind). Bitte rufen Sie bei uns im Kreißsaal an (089 4140 2400), bevor Sie sich auf den Weg machen.


Wenn Sie bei uns angekommen sind...

...werden Sie zunächst von der diensthabenden Hebamme begrüsst.

Sie müssen anschließend ein wenig Urin abgeben (wie bei der Schwangerenvorsorgeuntersuchung), dann werden wir eine Herzton-Wehen-Schrift aufnehmen (CTG). Währenddessen werden wir noch Ihren Blutdruck, Puls und Ihre Temperatur messen. Nach einer zusätzlichen Befragung über Beginn und Dauer der Wehen oder Zeitpunkt des Fruchtwasserabgangs werden wir einen "geburtshilflichen Befund" erheben, d.h. entweder der Dienstarzt oder die Hebamme untersuchen Ihren Muttermund und beurteilen somit den Geburtsfortschritt.
Je nach befund besprechen wir mit Ihnen weitere Maßnahmen und Optionen, die wir individuell auf Sie abstimmen.
Wir geben Ihnen Hilfestellungen soweit es möglich ist und raten auch zu verschiedenen Positionen. Wichtig ist, dass es Ihnen und Ihrem Kind gut geht.
Damit zu den "Routinemaßnahmen" unter der Geburt: Es gibt nur zwei Dinge, die wir bei jeder Frau durchführen, erstens wird bei jeder Gebärenden ab regelmäßigen kräftigen Wehen ein CTG geschrieben, um das Wohlergehen des Kindes beurteilen zu können. Zweitens wird jeder Frau ein kleiner Zugang für eventuell notwendige Infusionen und Medikamente in die Vene am Unterarm gelegt.

Trinken und Essen während der Geburt sind erlaubt.




Medikamente unter der Geburt

Wenn Sie unter der Geburt das Gefühl haben, dass Sie mit den Wehen nicht gut zurecht kommen und etwas gegen die Schmerzen benötigen, gibt es mehrere Alternativen:

  • Am Anfang der Geburt kann man noch leichte schmerzlindernde und entspannende Zäpfchen verabreichen.
  • Im weiteren Verlauf haben wir verschiedene Medikamente in Infusionsform zur Verfügung, die stärker wirksam sind.
  • Die wirksamste Form der Schmerzbekämpfung ist die sogenannte PDA ("Rückenmarksnahe Narkose"). Die PDA kann man legen, wenn die Wehen schon ausreichend kräftig sind und der Muttermund geöffnet ist. Sie wird vom Narkosearzt durchgeführt. Wenn die PDA "gut sitzt" - was meist der Fall ist - verspürt man in der Wehe meist nur noch einen Druck, aber wenig Schmerzen. Wir haben mit dieser Art von Schmerzbekämpfung seit Jahren intensive und sehr gute Erfahrungen. In Fällen, in denen eine PDA nicht möglich ist, kann man zum Ende der Geburt eine Schmerzpumpe (iv-PCA) benutzen.

Die Hebammen verfügen neben diesen schulmedizinischen Medikamenten noch über verschiedene Möglichkeiten, die Geburt zu erleichtern (homöopathische Medikamente, ätherische Öle, Akupunktur).